Reifenkonstruktionen | Mitas

Reifenkonstruktionen

In Bezug auf den Typ der Karkasse können die Reifen wie folgt unterteilt werden:

  • Diagonalreifen mit der längsten Tradition und weit verbreitet auf dem Markt. Die Karkasse eines Diagonalreifens besteht aus zwei oder mehr Textilkordlagen (Rayon, Nylon, Polyester), die in einem bestimmten Winkel gekreuzt sind. Diagonalreifen sind die richtige Wahl für kleinere Motorräder mit geringerem Hubraum, Roller und ältere Motorrädermodelle, deren Fahrwerke den Diagonalreifen angepasst ist. 

  • Diagonal-Gürtelreifen sind eigentlich Diagonalreifen mit einem verstärkten Diagonalgürtel unter der Lauffläche. Diese Reifen sind mit dem Buchstaben B (Diagonal-Gürtelreifen) bezeichnet, z.B. 130 / 90B15. Sie sind ideal für Motorräder mit höherem Hubraum, deren Fahrwerke nicht den Radialreifen angepasst ist und erfordert stärkere Reifen.

  • Radialreifen haben eine Karkasse mit einer Kordeinlage, die unter einem Winkel von 90° in Fahrtrichtung gelegt ist. Zur Stabilisierung der Reifenlauffläche werden die Verstärkungsgürtel aus Kord über der Karkasse gelegt. Radialreifen sind die richtige Wahl für Motorräder mit höherem Hubraum, da sie starke Kräfte, die beim Beschleunigen, Bremsen und in der Kurve entstehen, auf die Straße übertragen müssen. Radialreifen haben viele Vorteile, vor allem die Fähigkeit, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Aufgrund einer Zentrifugalkraft steigt die Temperatur im Reifen, was zu Beschädigung des Reifens, Verschlechterung des Reifengrips und Erhöhung des Reifenverschleißes führen kann. Die radiale Bauart beseitigte fast alle Nachteile der Diagonalreifen. Das Verhalten eines Reifens im Grenzbereich ist besser vorhersehbar.

  • Bei stahlkordverstärkten Radialreifen ist ein Gürtel aus Stahlkord unter der Lauffläche verbaut. Das Endergebnis ist eine steifere Karkasse, die eine optimale Fahrleistung mit zunehmendem Verschleiß eines Reifens und auch während seiner gesamten Lebensdauer gewährleistet.

Bestandeile der Reifen

  • Seit dem Bau des ersten Motorrads vor hundert Jahren, wurden spezielle Reifen für Motorräder entworfen. Schon Jahrzehnte ist die Entwicklung von Reifen bemerkenswert. Es gibt verschiedene Reifentypen, die sich je nach Grundbauart und Aussehen unterscheiden. Das Aussehen und die Bauart hängen vom Motorradtyp ab. Unabhängig davon, ob es sich um Roller-, Enduro- oder Straßenreifen handelt, sind sie alle aus folgenden Bestandteilen zusammengesetzt:

  • Lauffläche - der obere Teil, der in Kontakt mit der Straßenoberfläche kommt. Das Profil und die Gummimischung gewährleisten den guten Grip auf der Straße oder im Gelände sowie die Wasserverdrängung a. Die Haftung hängt von der Gummimischung ab. In der Regel hat der Reifen aus einer weicheren Mischung einen besseren Haftung und eine kürzere Lebensdauer, während der Reifen aus einer härteren Mischung weniger Haftung aufbaut und eine längere Lebensdauer hat.

  • Auf der Seitenwand werden alle wichtige Daten aufgeführt: Geschwindigkeitssymbol, Tragfähigkeitskennzahl, Name des Reifens, Hersteller, Herkunftsland, ECE-Homologierungs-Nr. und andere. Während der Fahrt überträgt die Seitenwand die Seitenkräfte, dämpft die Schwingungen und verhindert die Reifenverformungen.

  • Karkasse (Festigkeitsträger) ist der tragende Teil des Reifens, der seine Kontur unabhängig von den während der Fahrt auftretenden Kräften beibehält. Sie kann aus zwei oder mehreren Kordeinlagen bestehen. Der Kord kann aus Viskose, Nylon, Polyester oder Kevlar gefertigt werden, einzelne Teile der Karkasse können auch stahlverstärkt sein.

  • Reifenwulst - sorgt für eine dichte Verbindung mit der Felge und verhindert Bewegung des Reifens auf der Felge. Er besteht aus einem Drahtkern mit mehreren Schichten aus gummiertem Kord gefertigt, die um den Drahtkern gewickelt sind. Auf diese Weise erhält der Reifen im Wulstbereich die erforderliche Stabilität. Er steuert die Beschleunigungs- und Bremskräfte und überträgt diese aufs Fahrwerk. Bei schlauchlosen Reifen verhindert der Reifenwulst den Druckverlust.

Grundbegriffe

M/C - Reifen für Motorräder. Zur Montage auf Motorradfelgen, die sich im Felgenschulterdurchmesser von PKW- und Nutzfahrzeugfelgen mit der gleichen Bezeichnung unterscheiden.

MOPED - Reifen für Motorräder, die eine Geschwindigkeit von 50 km/h oder weniger erreichen.

MST - Reifen für Spezialmotorräder mit einem breiteren Profil als vergleichbare Abmessungen mit der gleichen Bezeichnung.

NHS - Reifen für Motorräder für Fahrten auf abgesperrten Geländen (z.B. Rennstrecken). Ihre Verwendung auf öffentlichen Straßenbelägen ist nicht erlaubt (ohne Straßenzulassung).

M+S - Reifen für Matsch und Schnee (Winterreifen).

PR - bezeichnet verschiedene Versionen (Tragfähigkeitskennzahl/Reifendruck) von Reifen mit der gleichen Größenbezeichnung.

REINF - Motorradreifen für Belastungs- und Fülldruckwerte, die den Standardwerten überschreiten.

TUBELESS/SCHLAUCHLOS - Reifen, die speziell für die Montage ohne Schlauch auf geeigneten Felgen konzipiert wurden.

TUBETYPE/SCHLAUCH - Reifen, die speziell für die Montage mit einem Schlauch konzipiert wurden.